Theater Uthlede 2026 – alle Vorstellungen ausverkauft

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„Wo to Höll geiht dat na’n Heven“ (Wo zur Hölle geht es zum Himmel) hieß es bei drei ausverkauften Vorstellungen am Wochenende im Uthleder Heimathaus. Und genau um Himmel oder Hölle geht es für Malermeister Wilhelm Holme, denn der Dreiakter von Andreas Wenning spielt im Vorhof zum Jenseits, wo es sich für Wilhelm bei seiner Verhandlung vor dem jüngsten Gericht entscheidet, ob es für ihn nach oben oder nach unten geht. Seine Frau möchte ihn am liebsten in der Hölle schmoren sehen. Dabei setzen der Autor Andreas Wenning und auch Benita Brunnert, die die plattdeutsche Fassung schrieb, in der Handlung nicht auf Klamauk wie bei der klassischen Bauernkomödie, sondern auf witzige Dialoge und gezielt eingesetzte Pointen, die von den Darstellern auch punktgenau umgesetzt wurden. Das Publikum belohnte das mit spontanem Szenenapplaus. „Das hat uns Darsteller bei den Aufführungen sehr motiviert“, sagt Carsten Schröder, der Leiter der Theatergruppe, „die Zuschauer gingen von Anfang an voll mit“. Mit Sven Hotes, Wiemke Allmers, Gudrun und Kerstin Brockmann, Joscha Wulff, Petra Schnibbe, Thorsten Schumacher und Carsten Schröder stand wieder das bewährte Ensemble vom letzten Jahr auf der Bühne, das seit November im Heimathaus probte. Ein personelles Problem gab es, weil Lisa Dusdal auf halber Strecke ausfiel. Aber mit Jessica Dahm fand die Gruppe schnell einen Ersatz. „Ich wollte schon immer mal plattdeutsches Theater spielen, habe mich aber nie getraut“, sagt die Debütantin, „aber nun bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen“. Und es hat geklappt. In sechs Wochen hat sie das an Text aufgeholt, was die Kollegen ihr zeitlich voraus hatten. Zuletzt probte die Gruppe viermal in der Woche. „Toschnackerin“ Ute Denker hatte in ihrem Souffleurkasten nur wenig Arbeit. Als Maskenbildnerin fungierte Rieke Meyer. Besonders gelungen waren die Kostüme, die Masken und auch die Auftritte von Thorsten Schumacher als Erzengel Philippus und von Carsten Schröder als Teufel Luzifer. In den Pausen bot das Team des Heimatvereins Speisen und Getränke an, die die Abende zu richtigen Theaterevents machten. Für die Sonntagsvorstellung hatte das Backteam extra noch einige Bleche Butterkuchen durch den Steinbackofen geschoben. Am kommenden Wochenende gibt es drei weitere Aufführungen, die aber bereits komplett ausverkauft sind. Wegen zahlreicher anderer Veranstaltungen im Heimathaus, besteht auch keine Möglichkeit, noch eine Sondervorstellung zu geben. Aber im nächsten Jahr gibt es eine neue Komödie im Heimathaus, versprechen die Laienspieler. Otto Baur