Sängerfest Uthlede 2026
Eine breite Palette der Chormusik erlebten die Zuhörer am 19. April beim Sängerfest in der voll besetzten Uthleder Sankt-Nicolai-Kirche. „Wir setzen damit eine alte Tradition des Sängerbunds fort“, sagte Henning Dageförde, der Vorsitzende des Männergesangvereins Uthlede, der den Nachmittag moderierte. Von den sieben Chören des Sängerbunds, die noch vor zwanzig Jahren das Programm gestalteten, sind mit Uthlede und Kassebruch nur noch zwei geblieben. Deshalb hatte man den Sängerbund des ehemaligen Amtes Hagen nach über 130 Jahren Anfang dieses Jahres aufgelöst. Die Sängerfeste aber sollen weiterleben. So hatten sich die Organisatoren mit dem gemischten Chor „De Dieksänger“ aus Wersabe und dem Gospelchor „Good News“ aus Schwanewede als Gäste geholt. Als Gastgeber eröffnete der gemeinsame Chor der Uthleder und Kassebrucher Sänger unter der Leitung von Peter Guth das Programm und spannte damit einen Bogen von der Romantik bis zu moderneren Titeln. Zum ersten Mal dabei war der Gospelchor „Good News“ aus Schwanewede. Unter ihrem Dirigenten Raphael Olabisi zogen die Damen und Herren mit ihren Gospels schnell die Zuhörer in ihren Bann, so dass die ganze Kirche bis hinauf zur Empore im Rhythmus mitschwang. Auch einige Gospels hatten „de Dieksänger“ aus Wersabe im Programm, wobei sie englische Texte ins Plattdeutsche übersetzt hatten. Beim einem Geburtstagsständchen für einen Sangesbruder, der im Männerchor und bei den Dieksängern aktiv ist, trafen die beiden Gruppen im letzten Jahr zum ersten Mal aufeinander. Schnell war hier die Idee zu einem gemeinsamen Auftritt geboren. Als Lied dafür hatten sie sich Beethovens „Ode an die Freude“ ausgesucht, das sie unter der Leitung des Wersabeer Dirigenten Detlef Thiele erstmals präsentierten und dafür stürmischen Applaus erhielten. Nach der Auflösung des Sängerbunds bedankten sich Henning Dageförde sowie die Vorstandsmitglieder Heiner Wenzlaff und Jürgen Roes mit einem Präsent und einer Urkunde bei Heinz Blendermann, der als Sängerpräsident den Bund insgesamt 39 Jahre bis zu dessen Auflösung geleitet hatte. Heiner Wenzlaff hatte noch das Protokoll der Sängertagung von 1987 in Rechtenfleth aus dem Archiv gesucht, auf der Heinz Blendermann gewählt worden war, und das er ihm als Kopie überreichte. Den Abschluss des musikalischen Programms bildete wie schon seit über hundert Jahren das Lied „Wo die Weser rauscht“ des Marschendichters Hermann Allmers. Stürmischer Applaus des Publikums zeigte den Organisatoren, dass es ihnen auch nach der Auflösung des Sängerbunds gelungen war, das traditionelle Sängerfest aufrecht zu erhalten. Nach dem offiziellen Teil trafen sich alle Mitwirkenden zu einer gemeinsamen Kaffeetafel im Uthleder Heimathaus. Otto Baur