Gelungenes Herbstfest beim Heimatverein

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„Fendt Dieselross“, Hanomag, Magirus, MAN und Holder, diese alten Treckermarken, die es längst nicht mehr gibt, ließen auf dem Herbstfest des Heimatvereins Uthlede bei den älteren Besuchern die Augen leuchten und riefen bei den jüngeren Erstaunen hervor. Rund um das Heimathaus waren zahlreiche mehr oder weniger betagte alte Schlepper ausgestellt. Der älteste dürfte ein Lanz Bulldog mit 25 PS aus dem Jahr 1951 von Jürgen von Oehsen aus Vosloge gewesen sein. Er ist gleich mit sechs Freunden und ihren Treckern nach Uthlede gekommen. „Früher galt man im Dorf als größenwahnsinnig, wenn man sich einen Trecker mit 25 oder 30 PS kaufte“, sagt von Oehsen, der den Trecker aufwendig restaurierte. Heute hätten Einzelstücke den Wert eines Einfamilienhauses. Gemeinsam mit ihm sind Dieter Röttcher aus Heilshorn mit seinem IHC aus den Siebzigern und dessen Sohn Lukas mit seinem 12 PS-Zweitakt-Diesel der Marke Holder im Konvoi nach Uthlede gekommen. „Den haben für die Restaurierung bis auf die letzte Schraube zerlegt“, sagt Lukas, „dabei war der Mähbalken das Schwierigste“. Ebenfalls einen Holder mit zehn PS aus dem Jahr 1955 präsentiert Walter Bockhorn aus Uthlede. Wegen seiner schmalen Bauart wurde er gern in Weinbergen eingesetzt, weiß Bockhorn. Auch aus den Fünfzigern stammt eine NSU Super Fox, ein Motorrad mit 125 Kubikzentimetern, das in der Zweiradausstellung zu sehen ist. „Das war ein ‚Scheunenfund‘“, sagt Bockhorn genau wie viele der anderen Oldtimerfans. Restauriert sind diese Fahrzeuge einige tausend Euro wert. Mit gleich fünf Quicks und Quicklys der Marke NSU ist Gerd Röper aus Uthlede vertreten. Die „Quick“ von 1937 ist sogar noch zugelassen. „Mit meinen Kollegen vom Quickly Club in Bexhövede bin ich vor kurzem nach Schleswig-Holstein und zurück gefahren“, so Röper, „das waren über 300 Kilometer an einem Tag ohne Probleme“. Mit einem ungewöhnlichen Gefährt kommt Chris Schellenberg aus Lehnstedt auf den Hof gefahren. Eine „Krause Duo 4/1“ aus der DDR. „Das war bei uns in der DDR etwa das, was heute ein Elektromobil für Behinderte ist“, so Schellenberg, „nur als Antrieb diente die Technik der legendären ‚Schwalbe‘ von Simson aus Suhl“. In die gute alte Zeit entführten auch Martin Düker und sein Sohn Lars aus Hagen, die Besucher, indem sie Seile aus Sisal und Heuharken aus Holz herstellten. So wurde an diesem Nachmittag viel Interessantes geboten. „Wichtig ist, dass neben den Besuchern auch unsere Mitglieder ihren Spaß haben“, sagt Jürgen Glade, der Vorsitzende des Heimatvereins. Und die Heimatfreunde sorgten mit Grillspezialitäten, geräucherten Forellen, Fischbrötchen und 14 Blechen Butter-, Apfel- und Pflaumenkuchen für das leibliche Wohl der Besucher. Am 27. September gibt es mit dem bayerischen Abend mit einem deftigen Büffet und Livemusik schon das nächste Fest im Heimathaus. Wer mitfeiern möchte, kann sich jetzt schon anmelden bei Jürgen Glade (04296/ 1247), Thorben Riechers (0157/81683118), Stefan Dunker (0176/ 72641910) oder unter Heimatvereinuthlede@outlook.de. Otto Baur