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Volksbankschließung in Uthlede

Dorfleben


Eine über hundertjährige Tradition in Uthlede ist am 31. Dezember zu Ende gegangen: die Geschäftsstelle der Volksbank wurde geschlossen. Bereits 1901 war auf Initiative einiger vorausschauender Bauern und Vertreter des Raiffeisenverbands die Spar- und Darlehnskasse Uthlede gegründet worden. Die Rendanten waren in den ersten Jahrzehnten Lehrer Offermann, Bauer Diedrich Rippe, Diedrich Kohlhoff und Johannes Foege. Die Geldgeschäfte wurden damals noch in den Privaträumen der Rendanten abgewickelt. 1947 übernahm Wilhelm Bockhorn die Geschäftsführung. Seine Tochter Herta Milbradt, die auch 25 Jahre für das Geldinstitut tätig war, erinnert sich noch, dass man bei der Buchführung gut aufdrücken musste, denn es wurden mit Blaupapier mehrere Durchschläge gemacht. 1969 wurde das heutige Gebäude an der Hagener Landstraße gebaut, das später noch erweitert wurde. In diesem Jahr wurde auch die Fusion mit Meyenburg und Wersabe vollzogen, wobei Uthlede die übernehmende Bank war und die anderen zu Nebenstellen wurden. Heute ist Meyenburg die Geschäftsstelle, die übrig bleibt. Dort wird der Volksbank-Mitarbeiter Hartmut Wendelken den Kunden auch weiterhin zur Verfügung stehen. Wersabe ist schon lange dicht. Hanna Decknatel aus Wersabe holt gerade Spardosen für ihre Enkelkinder in Uthlede ab. „Nach Hagen habe ich noch nicht die richtige Beziehung“, sagt sie, „aber jetzt müssen wir ja“. Willi Kohlhoff, der Neffe des früheren Rendanten Diedrich Kohlhoff, ist mit 90 Jahren einer der ältesten Kunden. Er hat sogar noch ein altes Sparbuch von der Spar- und Darlehnskasse Uthlede mitgebracht. „Ick arger mi dor gewaltig över, dat Uthleer dicht mokt word, aber ick kann jo noch mit’n Auto no Hogen henföhrn, aber veele andere Öllere könt dat nicht mehr“, sagt Kohlhoff und legt Hartmut Wendelken einige ausgefüllte Überweisungsträger auf den Tresen. Hartmut Wendelken antwortet ganz selbstverständlich auf „Platt“, denn das gehört für ihn zu den Schwerpunkten der persönlichen Kontaktpflege, die viele Kunden schätzen. Am 28. Dezember war nun in Uthlede Schluss damit, so stand es sinngemäß auf dem Bildschirm des Geldautomaten zu lesen, und einer der Kunden sagte über den Werbeslogan auf dem Display „Wir machen den Weg frei“: „Damit ist wohl der Weg nach Hagen gemeint“. Zahlreiche Stammkunden kamen aber noch am letzten Tag, um ihre letzten Bankgeschäfte in Uthlede zu erledigen und sich bei Hartmut Wendelken mit einem Präsent zu bedanken, bevor er die Tür der Geschäftsräume ein letztes Mal abschloss.  Otto Baur